So. Ich bin fertig mit der Pan-Thau-Ra Trilogie, und damit geht es nun los mit der Rezension zum ersten Teil:

Geschrieben wurde  „Pan-Thau-Ra 1 – Die Lebenskrieger“ von Frank Borsch, einem bekannten Science-Fiction Autoren.

Ausgabe von 2005 / Erhalten November 2009 / Gelesen Nov. 09 – Dez. 09

Für Perry-Einsteiger geeignet? Nur bedingt – Perry und seine Freunde kommen in diesem Buch recht kurz, die anderen Figuren stehen mehr im Vordergrund. Das zieht sich zum Teil auch durch die beiden anderen Bände der Trilogie. Empfehlen kann ich es jedoch denen, die sich schon ein wenig im Perryversum auskennen und vielleicht auch die Hefte bevorzugen, in denen Perry mal nicht vorkommt.

Der erste Satz…

Im Gegensatz zur Auffassung der meisten Menschen verläuft eine Raumschlacht alles andere als lautlos.

… leitet gleich ein in die Handlung um die sich alle drei Bände drehen: Den Kampf von Loowern gegen Loower.

Wie auch die folgenden Bände wird das Buch in mehreren Hanslungssträngen erzählt, was sehr interessant aber auch zunächst erst einmal verwirrend ist.

Handlungsstrang eins handelt von einer Loowerin, einer Soldatin, die mit ihrem Trupp helfen soll, die Pan-Thau-Ra – ein mondgroßes Raumschiff – in die Gewalt der Loower zu bringen. Es wird gut beschrieben welche Eindrücke der Krieg bei ihr hinterlässt und es kommt dabei sehr stark heraus, wie sich ihr Charakter je länger die Kämpfe dauern immer weiter verändert. Vor allem ist interessant, wie sich die Gruppendynamik innerhalb der Neunergruppe (Loower sind der Ansicht die Zahl 9 bringt Glück und bauen sie überall ein) wandelt. Wie zunächst alle unsicher sind, wie ein einfacher Söldner der schon viele Schlachten erlebt hat scheinbar das Kommando übernimmt obwohl er nicht Kommandant ist. Und wie schließlich einige Verluste in der Gruppe dazu führen, dass der eigentliche Truppführer seine Soldaten schikaniert, diese sich aber entgegen aller Differenzen gegen ihn zusammen schließen.

Ein zweiter Handlungsstrang lässt den Leser am Verhör von Yun teilhaben, einem früheren Bewohner des Planeten Snowflake, welcher von den Loowern zerstört wurde. Er wird von einem Terraner verhört, wobei heraus kommt, dass Perry Rhodan wohl bei der Schlacht um Snowflake ums Leben kam. Ein Freund von Yun wiederum soll daran schuld sein, dass Perry überhaupt in die Schlacht eingriff.

Perry Rhodan tot? Schon im ersten Buch? Natürlich nicht – das ist wohl jedem Leser klar, der sich schon mal ein bisschen im Perryversum herumgetrieben hat. Was wäre schließlich die Reihe ohne die zentrale Hauptfigur? Perry ist aber dennoch mal wieder verschwunden, was Handlungsebene Nummer vier ein wenig wirr erscheinen lässt, aber dazu gleich.

Handlungsebene drei hat nämlich augenscheinlich erst einmal nichts mit Perry oder den Loowern zu tun. Es geht um Oxtorne, den Heimatplaneten der Oxtorner, welche sozusagen Übermenschen sind. Sie sind stärker, schneller, wiederstandskräftiger als normale Menschen – und daher auch um vieles leichtsinniger. Wer immer schon mal das Gedankenspiel „Was wäre wenn Menschen mehr aushalten würden“ durchspielen wollte, kann sich hier austoben. Genau das wird hier nebenbei sehr interessant rübergebracht. Was haben die starken Jungs und Mädels nun aber mit den Loowern oder Perry zu tun?

Ganz einfach – direkt auf ihren Planeten zu kamen die Loowerschiffe. Die Oxtorner, die ja nie eine Gelegenheit zum Kräftemessen einfach so ziehen lassen, haben sich fix in ihre Raumschiffe geschwungen um die Loower zur Rede zu stellen. Mitten unter ihnen übrigens der terranische Botschafter, der sich – man kann es ihm kaum verübeln – nicht gerade unverwundbar fühlt. Die Konfrontation zwischen Oxtornern und Loowern hält übrigens nur ein Mann auf. Und wer könnte das sein, wenn nicht der Terranische Resident Perry Rhodan persönlich? Womit wir bei Handlungsebene 4 wären.

Jaja… der Junge hängt sich überall mit rein.

Also – Verwirrung beim Leser: Handlungsstrang zwei erzählt, Perry sei tot, aber bei drei und vier lebt er noch? Ja genau: Das Verhör von Yun spielt sozusagen in der Zukunft (was in einem Science Fiction Roman nicht ohne eine gewisse Ironie daherkommt). Hat man den Dreh bei den vier verschiedenen Ebenen ersteinmal raus, dann liest sich das Buch sehr rasant. Auch wenn der ein oder andere Perry-Fan anmerken mag, Perry käme etwas kurz. Das stimmt zwar, dafür entschädigen aber die anderen Charaktere. Und ganz bleibt das typische Geplänkel zwischen Bully und Perry nicht aus – der Kaffee hat bei mir übrigens zu mehreren Lachkrämpfen geführt:

Als kleiner Running-Gag wird nämlich (in allen drei Bänden – klasse gemacht!) immer wieder darauf hingewiesen, dass Kaffee gerade auf Terra mal so gar nicht Mode ist, unsere guten Unsterblichen das aber kaum aushalten. Verständlich – wer würde heute schon auch nur einen Tag ohne Kaffee aushalten? Wir Studenten jedenfalls nicht. Daher wird immer mal wieder in einem Nebensatz erwähnt, dass Bully sich auf Kaffeejagd in diversen Raumschiffslagern begibt, oder dass z.B. der Kaffee während einer erhitzten Diskussion kalt wird. Meine Mutter hat es übrigens mehrmals geschafft, mich während so einer Stelle im Buch zu fragen: „Möchtest du einen Kaffee?“ Lachkrämpfe also inklusive!

Und das nicht nur wegen des Kaffee-Gags. Auch das Verhör von Yun, bei dem wahrlich Kulturen aufeinander prallen ist teilweise sehr lustig. Allein schon weil sämtliche unserer Redewendungen an die Schneekultur des Planeten Snowflake angepasst wurden. Von daher – sehr „frostig“ zu lesen 😉

Nachdenklicher wird man bei den Erzählungen der Loowerin aus der Pan-Thau-Ra. Durch ihre Eindrücke und Erlebnisse wird klar, wie besessen die Loower von einem „Krieg für das Leben“ sind. Töten für das Leben. Zynischer geht es kaum. Akueller wohl auch nicht – auch wenn die Bücher schon ein paar Jahre alt sind.

Es ist also ein rundum klasse Buch – fängt spannend an, hört spannend auf, macht nachdenklich und lädt zum Lachen ein – so muss ein richtiger Perry sein! Nur halt mal in Buchform 😉 Die anfängliche Verwirrung sorgte bei mir eher für Neugier, daher gibt es da keine Minuspunkte.

Cover:

Pan-Thau-Ra 1. Die Lebenskrieger. Perry Rhodan-Roman

(Inzwischen scheinbar nicht mehr einzeln erhältlich, sondern nur noch in der „3 in 1“-Version, Quelle: Amazon.de)

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