Geschrieben wurde Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein von Maximilian Buddenbohm.

Testleser-Buch von Lovelybooks.de

Ausgabe von 2010/ Erhalten Dezember 2010/ Gelesen Ende Dez 10

„Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein“, ist ein Buchtitel, der mich sowohl angesprochen, als auch irgendwie abgestoßen hat. Angesprochen, weil ich, nur wenige Monate nach meinem ersten (bewusst erlebten) Urlaub am Meer nahezu jeden Tag an diese Zeit zurück denke. Abgestoßen hat mich der Titel aber irgendwie, weil er so … falsch in meinen Ohren klang. Mir fehlt es nämlich sehrwohl am Meer zu sein, weshalb ich gespannt war, was der Autor mit diesem ungewöhnlichen Titel denn bezweckt.

Das Buch ist eine Anekdotensammlung mit Geschichten, die sich so, oder so ähnlich, oder vielleicht auch gar nicht so ähnlich zugetragen haben. Es sind die Erinnerungen eines Jungen aus Travemünde, der dort aufwächst, Touristen und Einheimische beobachtet und sich so seine ganz eigenen Gedanken zu jedem einzelnen macht.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen – die Geschichten sind allesamt interessant und flüssig zu lesen, mal amüsant, mal nachdenklich stimmend, aber immer irgendwie mit einer ganz eigenen Faszination. Besonders gefallen haben mir die teilweise tiefgründigen Erkenntnisse, die quasi nebenbei einfließen und mich als Leser immer wieder haben selber nachdenken lassen.
Was mir nicht ganz so gefiel, ist dass – so kam es jedenfalls bei mir an – diese Faszination Meer einfach als Macke der Touristen abgetan wurde. Touristen mögen den Geruch von vergammelndem Tang, Touristen gucken sich blöde die vielleicht wirklich banale Küste an. – Ich selber lebe seit fast 16 Jahren in Dresden, und ertappe mich immer wieder dabei, wie ich – den Touristen aus aller Welt nicht unähnlich – die Schönheit dieser Stadt bewundere, auch an vermeintlich banalen Ecken. Ich denke, Faszination Meer und Faszination Dresden sind sich ähnlich: Nämlich für jeden unterschiedlich. Sowohl für Einheimische als auch Besucher.
Diese Differenzierung hat mir gefehlt.

Ansonsten ein schönes Buch, tiefgründig, amüsant, kurz: Die richtige Lektüre für die Ferien – selbst wenn es die Weihnachtsferien sind 😉 Aber die Aussage des Titels müsste für mich dennoch eine Winzigkeit abgeändert werden:

Es fehlt mir am Meer zu sein.

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